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Eindrücke vom Leopoldina-Konzert in Köln:

 

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Konzertplakat:

puccini


 

Pressestimmen zum Konzert

Solinger Morgenpost

Mitreißende Messa di Gloria

(SH) Mit den ersten Stücken schon zeigten die beiden Chöre, wie umfangreich ihr Repertoire ist. Eingeleitet wurde das Konzert in der Dorper Kirche mit dem besinnlichen Spiritual "Deep river". Dem "Notre père" von Duruflé folgte das anspruchsvolle "Wer bis an das Ende beharrt" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Lobgesang "Allein zu dir, Herr Jesu Christ" von Johann Sebastian Bach bildete den Abschluss des ersten Teils und bereitete das Publikum auf die "Messa di Gloria" von Giacomo Puccini vor. Schon hier zeigte sich das harmonische Miteinander des gemischten Chors ConBrio im Sängerbund Gräfrath 1846, dem Meisterchor im ChorVerband NRW, und dem gemischten Chor der Sängerschaft Leopoldina Köln, der überwiegend aus Studenten besteht.
Nach Liedern in englischer, französischer und deutscher Sprache wurde die Messa di Gloria in Latein gesungen. Dieses Jugendwerk von Puccini ist leider nur selten zu hören, geriet es doch nach seiner Erstaufführung im Jahr 1880 in Vergessenheit und wurde erst 1950 wieder neu entdeckt. Puccini, der mit geistlicher Musik aufgewachsen ist und seit seinem Besuch einer Aida-Aufführung von der Oper begeistert war, vereinte in seiner Messa di Gloria beide Elemente zu einem Werk, dem es weder an seelenvollen noch an dramatischen Elementen fehlt. Fröhlich und überschwänglich lässt er sein "Gloria" beginnen, lässt es dramatisch werden und schließlich in einem intensiven Finale und einem abschließenden "Amen" enden. Ruhiger geht es im "Credo" weiter, das von den Lobgesängen "Sanctus" und "Benedictus" übergeleitet wird zum abschließenden "Agnus dei".
Die Chöre meisterten die schweren, teilweise recht schnellen Passagen mit enormer Energie, rührten bei den besinnlichen Abschnitten und überzeugten mit herausragendem Timing und ungeheurer Stimmgewalt. Auch die beiden Solisten zogen das Publikum in ihren Bann.
Der Tenor Boris Pohlmann, der erfreulich mehr Metall in der Stimme mitbrachte, als man es gewöhnlich von geistlichen Konzerten kennt, verlieh den Soloparts eine wohltuende Leichtigkeit. Der Bass Hee-Kwang Lee sorgte mit seiner vollen, klaren Stimme für den klassischen Gänsehauteffekt. Auch das Orchester der "Kölner Kammermusiker" ließ mit stimmigen Einsetzen und großer Spielfreude das Konzert zu einem Hörgenuss werden. Die Leitung hatte Frank Schaab, der mit viel Einsatz aller Mitwirkenden zu Höchstleistungen anstiftete und Puccinis Messa di Gloria zu einem mitreißenden Erlebnis werden ließ. So hielt es am Ende auch niemanden mehr auf den Sitzen. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für das gelungene Konzert.

 

Solinger Tageblatt

Den Glauben dramatisch, doch mit Pfiff inszeniert
CONBRIO Der junge Chor überzeugt auch mit Gastmusikern.

(dn) ConBrio, "mit Feuer" – der Name ist Programm, wenn man ein Konzert des Jungen Gemischten Chores aus Solingen besucht. Seit fünf Jahren ist der Meisterchor dem Sängerbund Gräfrath angeschlossen – Grund genug für ein neues, wiederum erfolgreiches Experiment: "Wir wollten schon immer ein Konzert mit Instrumentalmusikern machen", resümierte Chorsprecherin Patricia Boeker am Sonntag. Nicht nur ihr lag da nach eineinviertel Stunden ein Strahlen im Gesicht: Auch die Besucher in der vollen Dorper Kirche zeigten durch Mimik und gestenreichen Applaus, wie sehr ihnen die Aufführung von Giacomo Puccinis "Messa di Gloria" gefallen hatte.
Chorleiter Frank Schaab war mit der Jugendarbeit des italienischen Komponisten aber auch genau das richtige Werk für seine Chorleute von ConBrio und der Sängerschaft Leopoldina Köln in die Hände gefallen. Die immer wieder auftauchenden weltlichen Spielereien in der Messe lebten die jungen Sänger und Sängerinnen voll aus, um den Glauben dramatisch, aber vor allem mit typischem Pfiff zu inszenieren. Mit den Kölner Kammermusikern, von der Geige bis zur Posaune, gelang dies in der Fassung von Ingo Schulz so überzeugend, dass man das Gefühl hatte, hier werde die Geschichte von Jesus als Oper erzählt.
Während das prima zu den jugendlichen Stimmen passende "Gloria" etwa als fröhlicher Dankeszug präsentiert wurde, lief Solist Hee-Kwang Lee mit seinem atemberaubenden Bariton beim ernsten "Credo" zu Höchstform auf. Rundfunkchor-Kollege und Tenor Boris Pohlmann stieg dann beim finalen "Agnus Dei" wieder mit ein in die rhythmisierenden Passagen, die das ganze Werk wie ein roter Faden durchziehen. Ob Rekapitulation in schnellen Läufen oder ein langes Amen wie eine Naturgewalt: In komplexen Arrangements und facettenreichen Interpretationen war der großartige, harmonische Klangkörper von ConBrio und Gästen wieder zu Hause.